Haben Sie gute Vorsätze für das neue Jahr? Meine nichtrepräsentative Umfrage im engsten Kreis ergab ein 100%iges „Nein“. Die Begründung: Der gefühlte Zwang des Datums. Der Nachsatz: Ich setze Dinge um, wenn es an der Zeit ist. Alle, die sagen „Diese Zeit ist jetzt“, finden hier Anregungen für eine erfolgreiche Umsetzung.

Was wir „gut“ nennen, zeigt unsere Werte auf

Worum drehen sich Ihre guten Vorsätze? Vielleicht regelmäßig Sport treiben oder sich mehr um die Familie kümmern? Ich kenne niemanden, der sich vornimmt, Junkfood zu essen oder weniger zu lesen. Es ist sehr einfach: Menschen nehmen sich Dinge vor, die sie richtig finden, die sie wichtig finden. Also z.B. Gesundheit, Wohlbefinden, Familie, persönliche Entwicklung. Was Sie richtig und wichtig finden, sind Ihre persönlichen Werte.

Vorsätze sind immer dann „gut“, wenn sie die eigenen Werte betreffen. Also fragen Sie sich: Wie zahlen meine Vorhaben auf meine Werte ein? Und wie zahlen sie auf Werte ein, die ich mehr in mein Leben bringen möchte? Dabei ist gut zu wissen: Ein gleiches Vorhaben kann auf unterschiedliche Werte einzahlen. Denn die eine spielt Tennis für die Gesundheit, der andere für die Beziehung.

Der „Vorsatz“ ist nicht mal die halbe Strecke

Ein Vorsatz ist eine Absicht. Um etwas zur Umsetzung zu bringen, leistet die Absicht gute Vorarbeit: Sie lässt uns abwägen und eine attraktive Handlung auswählen. Aber: Eine attraktive Handlung ist sicher eine gute Wahl, aber eben noch keine Umsetzung. Der Fachbegriff „prädezisionalen Fazit-Tendenz“ beschreibt Sätze wie diesen: „Ich müsste mehr Sport machen“. Eben ein Fazit. Leider suggeriert es dem Gehirn „Alles klar!“ und zugleich „fertiggestellt!“. Dabei fängt der Spaß ja erst an!

Denn die Umsetzung klappt nur mit der „Fiat-Tendenz“. Fiat heißt „es werde!“. Damit es wird, braucht es eine Entscheidung. Hierbei helfen nützliche Fragen: 1. „Was ist von mir entscheidbar?“ 2. „Bin ich wirklich, wirklich entschieden, die Absicht in die Tat umzusetzen?“. Und falls nicht: 3. „Wozu bin ich entschieden?“. In der anschließenden Planungsphase helfen die Fragen „Wie genau?“, „Wann genau?“ und vielleicht „Mit wem genau?“. So wächst die Selbstverantwortung und das Gehirn denkt in Machbarkeit. Und am allerbesten sieht sich das Gehirn vor seinem inneren Auge schon bei der Umsetzung. Denn entscheidend ist die anschließende Aktionsphase.

Vorsätze gut umsetzen braucht ein inneres „Yippieh!“

Sie erinnern sich? Der gefühlte Zwang des Datums. „Ein Jahreswechsel hat mir gar nichts zu sagen!“ Wer seine Vorsätze mit einem inneren „Du musst“ vertont, erlebt sie als aufgezwungen. Und reagiert dann meist aus einem inneren rebellischen Kind – egal welches Alter im Pass steht. Wenn dieser innere Rebell das Steuer übernimmt, ist in Sachen Umsetzung kein Blumentopf zu gewinnen. Das rebellische Kind kommt nicht ins Tun.

Es braucht einen anderen inneren Verbündeten. Einen, der lächelt und strahlt, wenn immer er an das Vorhaben denkt. Einen, der innerlich „Yippieh!“ ruft und sich an sich selbst erfreut. Einen, der sich beim Umsetzen dieser Vorhaben genau als den Menschen erlebt, der er sein möchte. Die Wissenschaft weiß: Nützliche Techniken für das innere „Yippieh!“ nutzen die Kraft von 1. mit den Sinnen Erleben und 2. atemberaubender Einfachheit.

Einfach machen und gute Gefühle fühlen

Die folgenden Lieblingstechniken in einem Satz: Go for it – and Smile.

  • „Tiny Habits“: wer sich 1 Seite am Tag lesen vornimmt statt 1 Stunde, macht oft einfach mehr
  • „1. Schritt“: wer sich vornimmt, sich auf die Yogamatte zu setzen, wird sich dort doch bewegen
  • „Handlungs-Kette“: immer nachdem im Bad war, mache ich
  • „Bahnung“: Morgens mit Freude an das Vorhaben denken.
  • „Sich erleben“: vor dem inneren Auge die Umsetzung mit allen Sinnen erleben, Körperhaltung, Atmung, Temperatur, Geräusche, Gerüche, Aussicht…
  • „Verankern“: sich nach der tatsächlichen Umsetzung im Spiegel in die Augen schauen

Starten Sie wo Sie wollen: bei Vorsatz, Vorhaben, Entscheidung, Plan, Ziel …

1. Welche neuen Verhaltensweisen dienen Ihren Werten? Oder den Werten, die Sie mehr in Ihr Leben bringen möchten? Nutzen Sie gern den 10-Min Wertetest.
2. Welche Entscheidungen treffen Sie? Wie unterstützen Sie Ihre Planung? Welche Techniken wählen Sie?
3. Wie erleben Sie Ihr inneres „Yippieh!“? Was lässt Sie bei Ihren Vorhaben lächeln?

Haben Sie Freude beim Erforschen Ihrer Gedanken, Gefühle und des Miteinanders? Lesen Sie hier mehr!